Vorkriegszeit

Tennis in Pfarrkirchen wurde etwa ab 1930 gespielt.

Dr. Götz hatte in seinem Garten an der Arnstorfer Straße einen Tennisplatz. Dort versammelten sich Sportbegeisterte und spielten in gehobenen Kreisen Tennis. Meist waren es Ärzte, höhere Beamte und Geschäftsleute aus Pfarrkirchen, die den Schläger in die Hand nahmen. Man verbrachte ganze Sonntage rund um den Platz und trug Turniere und Freundschaftsspiele aus. Die Tennisbekleidung war weiß und ‚züchtig‘, das ‚Fairplay’ oberste Maxime.

Unser im Jahre 1997 verstorbener Ehrenvorsitzender Dr. Josef Huber war seit 1931 dabei. Leider sind keine schriftlichen Aufzeichnungen aus dieser Zeit vorhanden, so daß für den Verfasser dieser Zeilen die Erinnerungen von Dr. Huber die einzige Quelle waren, die die Urzeit des Pfarrkirchner Tennis etwas aufhellen.

Während der Nazizeit wurde der Tennisclub zwangsweise mit dem Tischtennisverein vereinigt.

In den Zeiten des zweiten Weltkrieges kam der Spielbetrieb ganz zum Erliegen. Die Männer waren teilweise im Krieg und es gab keine Bälle und Saiten.

Gründungsjahre

Nach Ende des Krieges wurde der Tennisclub 1947 als eigenständiger Verein gegründet und beim Landessportverband angemeldet.

Mitglieder aus dieser Anfangszeit sind Josef Voglsamer und Josef Brandhuber, ersterer noch heute aktiver Spieler. Später stießen dann Erwin Schlegel und Franz Popp dazu. Namen aus dieser Zeit, die immer wieder in Gesprächen auftauchen, sind Holzapfel, Ratay, Moser, Wunderle.

Der Verein umfaßte damals etwa 30 bis 40 Personen. Wie überall kämpfte man mit Materialproblemen, denn Saiten, Schläger und Bälle waren nur schwer zu bekommen und teuer.

1952 konnte man endlich zwei eigene Plätze an der Rennbahn bauen.

Diese Plätze bestehen heute noch als Platz 6 und 7 und wurden lediglich 1982 renoviert. Man baute ein für heutige Bedürfnisse spartanisches Vereinshäuschen mit Notdusche, Umkleideraum und überdachtem Freisitz. Der damalige Vorstand Dr. Josef Huber konnte zur Einweihung zahlreiche Ehrengäste wie Bürgermeister, Landrat und Tennisverbandsvorsitzenden begrüßen. Für die Schuldentilgung dieser Investition des Tennisclubs brauchte man 17 Jahre, wie Franz Popp berichtet.

Der Turnierbetrieb wurde unter erheblichen Schwierigkeiten aufgenommen. Das Fahrproblem war groß, die gegnerischen Mannschaften oft weit weg, die Fahrten ein Abenteuer, da man ja zum Teil auf schlechten Sandstraßen Ziele wie Passau, Landshut und Burghausen ansteuern mußte.

Im Landkreis gab es damals noch keinen anderen Tennisverein. Erst als Heraklith Simbach gegründet wurde, erwuchs dem TC Pfarrkirchen in der Nachbarschaft ein harter Konkurrent, dem es mit Hilfe österreichischer Spieler bald gelang­, dem TC Pfarrkirchen Paroli zu bieten.

Erweiterung

Im Jahr 1968 wurde dann der heutige Platz 8 weitgehend in Eigenregie gebaut, wobei man auf die große Hilfestellung von Toni Maydl setzen konnte. Vorstand war zu dieser Zeit Theodor Bauriedl als Nachfolger von Dr. Huber.

Umzug und Trennung

1972 trat dann eine große Zäsur in der Vereinsgeschichte ein. Man zog nach Kaismühle bei Postmünster. Der Zweck­verband­ Pfarrkirchen-Postmünster hatte dem Tennisclub die Anpachtung der neuerstellten Tennisplätze bei Kaismühle angeboten. Für eine Jahrespacht von 12.000 DM wurde man sich einig.
Das Platzangebot erweiterte sich damit von drei auf neun Plätze, was einen gewaltigen Mitgliederzuwachs auslöste. Schnell jedoch zeigte sich, daß die Anlage in Kaismühle vorwiegend von Erwachsenen genutzt wurde, die alte Anlage in der Rennbahn von Jugendlichen. Diese Zweiteilung des Vereins wurde allmählich immer negativer gesehen, so daß bald Überlegungen angestellt wurden, den Verein wieder zusammenzuführen.

Anlage Laumer

Eine neuerliche Erweiterung des Platzangebotes erfolgte durch den damaligen 2. Vorsitzenden Willi Laumer, der in Mooshof drei eigene Plätze erstellte und sie dem Club zur Verfügung stellte. Somit konnten die Mitglieder auf 12 Plätzen Tennis spielen. In dieser Zeit wuchs die Zahl der Herrenmannschaften auf fünf an und die Clubmeisterschaften wurden in der Regel mit 32er-Feldern durchgeführt.

Vorstandswechsel

Nachfolger von Theo Bauriedl als 1. Vorstand wurde Helmut Kneip, Nachfolger von Willi Laumer als stellvertretender Vorstand Georg Schmid. Helmut Kneip gelang es in langwierigen und schwierigen Verhandlungen mit Stadt und Zweckverband den Club ‚wiederzuvereinigen’.

Endlich eigene Clubanlage

1982/83 konnte die Anlage an der Rennbahn von drei auf acht Plätze erweitert werden, ein modernes Clubhaus errichtet und eine Schlagwand mit Kinderspielplatz gebaut werden. Dies erforderte einen finanziellen Aufwand von 550.000 DM. Nur durch einen großzügigen Zuschuß von Stadt und BLSV in Höhe von 250.000 DM konnte das bewältigt werden. Landkreis und Bezirk trugen mit einem Zuschuß von 42.000 DM bei. Die Mitglieder erbrachten Eigenleistungen und Spenden in Höhe von 62.000 DM. Der Rest wurde durch Eigenmittel und Darlehen aufgebracht.

Bei der Einweihung am 23.04.1983 konnte Helmut Kneip neben­ vielen Ehrengästen Landrat Dr. Oskar Seitz, Bürgermeister Georg Weindl und Bezirksvorsitzenden Wolfgang Werner begrüßen. Im Rahmenprogramm kämpfte eine Jugendauswahl aus Niederbayern gegen eine aus Oberbayern.

Tennisboom

Die Zusammenführung des Clubs brachte einen ungeheuren sportlichen Aufschwung. Nicht weniger als 5 Mannschaften stiegen in der ersten Saison auf der neuen Anlage in die nächsthöhere Klasse auf. Der Tennisboom in Pfarrkirchen erreichte seinen Höhepunkt zeitgleich mit den Wimbledonsiegen von Boris Becker in den Jahren 1985/86. Die Mitgliederzahl des Tennisclubs erreichte beinahe die Grenze 500. Im Jahre 1989 waren alle Schulden getilgt und der Weg frei für das größte Projekt in der Vereinsgeschichte, den Bau der Tennishalle, der vier Jahre später im Jahre 1993 erfolgte.

Bau der Tennishalle

1991 wurde Hans Bauer erster Vorsitzender des Tennisclubs. Zusammen mit Georg Schmid als Stellvertreter und Hans Dorner als Schatzmeister wurde der Bau einer Tennishalle angestrebt.

Als auf Grund des großartigen Engagements der Stadt Pfarrkirchen, seines 1. Bürgermeisters Georg Riedl und des Sportbeauftragten Max Beyerlein die Grundstücksfrage endlich gelöst werden konnte, erfolgten Planung und Auswahl einer Dreifeldhalle. Schließlich entschloß man sich zum Bau einer Holzrundbogenhalle. Die schwierigen Bodenverhältnisse erforderten eine aufwendige Tiefergründung, was den gesamten Zuschuß der Stadt Pfarrkirchen in Höhe von 170.000 DM verschlang. Bei einem Gesamtpreis von 2.038.000 DM, Zuschüssen und Darlehen von BLSV, Stadt und Bezirk in Höhe von 852.000 DM, Eigenmitteln und Eigenleistungen von ca. 186.000 DM mußte man 1 Million DM Darlehen aufnehmen.

Im Oktober 1993 konnte man die Halle in Betrieb nehmen, im Januar 1994 erfolgte in einer großen Feier mit vielen Ehrengästen u.a. Bürgermeister Riedl, Bezirksvorsitzenden Georg Kammerer, die Einweihung.

Drückende Lasten

Die Schuldenlast wird den finanziellen Handlungsspielraum des TC noch in den nächsten 10 Jahren gewaltig einschränken und äußerste Sparsamkeit verlangen. Der geplante Bau von zwei weiteren Freiplätzen anstelle von Platz 8 muß aus diesem Grund noch zurückgestellt werden.

Trotzdem herrscht bei den Mitgliedern die Meinung vor, daß sich der Aufwand für die Halle, die niederbayernweit als eine der schönsten gilt, gelohnt hat und heute der Bau nicht mehr möglich wäre.

Weitere Investitionen

1994 baute man einen Brunnen, um nicht mit wertvollem Trinkwasser unsere Tennisplätze beregnen zu müssen.
1996 kam eine Solaranlage zur Brauchwassererwärmung dazu.
Als letzte Investition wurde 1997 die Terrasse vor dem Clubhaus erweitert. Auch das durch eine gewaltige Sturmbö im Frühjahr 1997 in Mitleidenschaft gezogene Hallendach wurde mittlerweile von der Herstellerfirma auf Grund der gegebenen Garantien repariert.

Sportlicher Aufstieg

Mit den neugeschaffenen Trainingsmöglichkeiten im Winter konnte auch das sportliche Niveau der Turniermannschaften deutlich gehoben werden. Sichtbarste positive Auswirkung des spielerischen Aufbruchs ist die 1. Herrenmannschaft, die es 1997 erstmals in der Clubgeschichte schaffte, um die niederbayerische Mannschaftsmeisterschaft mitzuspielen und den dritten Platz erreichte. Mittlerweile spielt das Team in der zwölften Bezirksligasaison, die zweite Mannschaft etablierte sich in den vergangenen Jahren ebenfalls auf Bezirksebene ebenso wie die Damenmannschaft und die Seniorenteams.

Die Hälfte der Teams stellen die Jugendmannschaften dar, was zeigt, wie wichtig und groß die Nachwuchsförderung beim TC Pfarrkirchen geschrieben wird.
Das Training leitet seit nunmehr 12 Jahren Petr Hermansky. Ihm kommt ein großer Verdienst am sportlichen Erfolg des TC zu.

Breitensport mit hohem Stellenwert

Die Spieler und Spielerinnen ab 40 zählen mittlerweile zu den fleißigsten Aktiven auf den Plätzen und zeigen, daß Tennis keine Altersbegrenzung kennt. Das bewies auch  unser ältestes aktives Mitglied Erwin Schlegel, der im Jahre 2006 im Alter von 90 Jahren verstarb und bis 2005 wöchentlich  mit großer Freude sein Doppel spielte.
An vielen Tagen der Saison ist die Anlage nachmittags und abends völlig ausgebucht, was in Zeiten eines deutlichen Rück­gangs im Tennisbereich sehr erstaunlich ist und nur ein Indikator für eine gesunde Mischung im Tennisclub Pfarrkirchen sein kann.

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